Jannik Schmitt beendet seine Aktive Handball Karriere
Jannik Schmitt in seinem letzten Heimspiel gegen TSV Haunstetten am 13.12.2025
Ein Abschied, der Wirklich schwer fällt.
Das Knie Zwingt Jannik Schmitt zum karriereende.
Es gibt Abschiede, die sind alles andere als leicht. Jannik Schmitt beendet mit 30 Jahren seine aktive Handballkarriere. Es geht unser langjähriger Kapitän. Ein echter Lohrer Junge. Einer, der die Füchse über viele Jahre geprägt hat.
Der Weg zu dieser Entscheidung war alles andere als einfach. Nach seinem Kreuzbandriss gegen HaSpo Bayreuth vor heimischen Publikum kämpfte sich Jannik Ende 2025 zurück. Im Januar 2026 – wieder gegen Bayreuth – dann der bittere Rückschlag: erneut Kreuzbandriss, erneut das rechte Knie.
Trotzdem hat Jannik weitergemacht, immer mit der Hoffnung, noch einmal mit der Mannschaft auflaufen zu können.
Reha, Training, zurückkämpfen – er hat alles gegeben, mit genau dem Willen, den wir von ihm auch auf der Platte kennen.
Aber am Ende steht neben der körperlichen Herausforderung auch die psychische: Was, wenn das Knie nicht hält?
Jannik hat jetzt für sich eine Entscheidung getroffen, die ihm unendlich schwer fiel und größten Respekt verdient. Er hat sich entschieden, dass sein Weg als aktiver Spieler auf der Platte vorbei ist.
Ein Lohrer Junge und ein echtes Vorbild.
Jannik war über Jahre Kapitän, Führungsspieler und eine wichtige Stimme in der Mannschaft. Einer, auf den man sich verlassen konnte – auf und neben der Platte. Er hat alle Altersklassen unseres Vereins durchlaufen und steht sinnbildlich dafür, wie besonders der Handball in Lohr ist und welche Möglichkeiten sich jungen, ambitionierten Sportlern bieten. Von den Muckis in die Regionalliga.
Mit ihm verlieren wir einen Anführer. Jemanden, der Verantwortung übernommen und vorangegangen ist. Und einen Top-Scorer: auf der ewigen Torschützenliste der Lohrer Füchse rangiert er mit 698 Toren in 200 Einsätzen auf Platz 8.
Wir gewinnen aber auch jemanden, der unserem Verein in anderer Rolle erhalten bleibt. Jemanden, der unsere aktiven Spieler bei ihren Aufgaben in der Regionalliga unterstützt und der unsere Jugend auf ihre sportliche Zukunft vorbereitet.
Jannik wird in der kommenden Saison – an der Seite seines Vaters – als Mannschaftsbetreuer für das Regionalliga-Team im Einsatz sein. Parallel betreut er auch weiterhin unsere männliche C-Jugend und bleibt damit fest in der Füchse Familie verankert.
Danke, Jannik. Für Deinen Einsatz, unzählige Tore, viele Emotionen. Einfach für alles, was Du für unsere Mannschaft und unsere Abteilung gegeben hast.
„Wir haben damit gerechnet und wollten es trotzdem nicht wahrhaben” sagt Harry Rahtz, Abteilungsleiter bei den Lohrer Füchsen. „Jannik ist jemand, der immer alles für die Mannschaft und den Lohrer Handball gegeben hat. Und ist dabei oft über die eigenen, physischen Grenzen hinausgegangen. Mit ihm verlieren wir einen wirklichen Top-Athlethen auf der Platte – und sind gleichzeitig sehr glücklich, dass er unserem Verein und der Mannschaft in aktiver Rolle verbunden bleibt.”
VIER FRAGEN AN JANNIK SCHMITT
Jannik, wenn Du an Deine Zeit im Trikot der ersten Mannschaft denkst – welcher Moment wird für immer bleiben?
Da gibt es so viele tolle Momente... mein erstes Spiel in Ottobeuren mit 17 Jahren, das entscheidende Spiel gegen den Abstieg in Rothenburg vor ca. 1000 Leuten mit vielen Lohrer Fans. Und natürlich die Heimsiege in der Spessarttorhalle. Aber vor allem bleiben mir die tollen Momente mit den Jungs in der Kabine, die gemeinsame Zeit mit meiner Vater in der ersten Mannschaft und die geile Stimmund in der Spessartthorhalle in Erinnerung.
Du hast für Dein Comeback gekämpft. Wann hast Du gemerkt, dass der Kopf wollte, der Körper aber Nein sagt – und wie fühlt sich diese Entscheidung jetzt an?
Nach dem zweiten Kreuzbandriss innerhalb kurzer Zeit war mir von Anfang an klar, dass der Weg zurück doppelt so schwer werden wird. Irgendwann habe ich gemerkt, dass sowohl das Knie selbst, aber auch mein Kopf nicht mehr 100% bereit dafür waren, das Risiko nochmal einzugehen. Die Entschei-dung ist mir extrem schwer gefallen und hat mir viele schlaflose Nächte bereitet. Da es aber auch noch ein Leben nach dem Handball gibt, hoffentlich mit Kindern und anderen Hobbys, ist es das Vernünftigste.
Du bleibst den Füchsen als Betreuer und in der Jugend erhalten. Was willst Du den jungen Spielern mitgeben, das über Technik und Taktik hinausgeht?
Ich möchte den Kids zeigen, wie großartig es sein kann, in einer Mannschaft gemeinsam Ziele zu erreichen. Vor allem möchte ich aber, dass sie verstehen, dass man trotz Talent ohne viel Arbeit und Fleiß nicht viel erreichen kann.
Was bedeuten Dir dieser Verein und diese Stadt – und was wünschst Du der Mannschaft für die Zukunft?
Mir bedeutet sowohl die Stadt, als auch dieser Verein, unglaublich viel! Ich habe hier mit 6 Jahren mit dem Handball angefangen und hier fast alle meine Freunde kennengelernt. Ebenso habe ich viele tolle, nette und hilfsbereite Menschen in der Stadt und im Verein treffen dürfen, welche auch neben dem Handball immer für einen da waren. Der Mannschaft wünsche ich für die Zukunft vor allem, dass alle gesund bleiben und sie weiter Spaß daran haben, vor so einem tollen Publikum und für so einen geilen Verein zu spielen.